EEG-Ausschreibung Teil 1: Übergangsanlagen

03.02.2017 | News

In einer vierteiligen Serie wollen wir Ihnen die wesentlichen Änderungen des Ausschreibungsmodells im EEG2017 vorstellen. Teil 1 behandelt die neuen Regelungen für Übergangsanlagen.

2016 war für die Onshore-Wind-Branche wieder ein Rekordjahr. Nicht nur die in Betrieb genommene Leistung von Windanlagen an Land hat vermutlich einen Höchstwert erreicht (genaue Zahlen liegen noch nicht vor). Auch die 2016 erteilten Genehmigungen haben die Marke von 6.000 MW überschritten. Allein zwei Drittel der Genehmigungen im Jahr 2016 erfolgten auf dem letzten Drücker in den Monaten November und Dezember.

Anlagen, die bis zum 1. Januar 2017 genehmigt wurden, aber erst 2017 oder 2018 in Betrieb gehen, werden im neuen EEG2017 als sogenannte Übergangsanlagen behandelt. Übergangsanlagen müssen nicht an den ab Mai 2017 startenden Wind-Ausschreibungen teilnehmen. Sie erhalten eine nach § 46 EEG 2017 fortgeschriebene EEG-Vergütung. Anlagenbetreiber, die diesen Vergütungssatz in Anspruch nehmen möchten, müssen jedoch einiges beachten:

Meldung in das Anlagenregister

Eine 2016 nach Bundesimmissionsschutzgesetz erteilte Genehmigung zur Errichtung von Windenergieanlagen muss zwingend bis zum 31. Januar 2017 an das Anlagen-/Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur gemeldet werden. Wer den Termin verpasst, kann sich nur noch in Ausschreibungen um einen Zuschlag bemühen.

Gesetzliche Bestimmung der Förderhöhe, §§ 46, 46 c EEG 2017

Zunächst sinkt die Förderhöhe von anfänglich 8,38 ct/kWh bei einer Inbetriebnahme vor dem 1. März 2017 und auf 7,87 ct/kWh bei einer Inbetriebnahme bis 1. Oktober 2017. Ab dann sinkt die Anfangsvergütung quartalsweise um 0,4 %. Da die 2016 genehmigte Leistung von Neuanlagen bei Weitem den jährlich geplanten Zubau von 2.500 MW überschreitet, sind jedoch auch die Degressionswerte bei Über- und Unterschreitung des Ausbauziels dringend zu beachten. Liegt die 2017 zugebaute Leistung nämlich ab dem 1. Oktober 2017 über oder unter dem Ausbauziel von 2.500 MW, so ändert sich der Degressionswert entsprechend mehr oder weniger stark (atmender Deckel, siehe Tabelle 2). Bei einer Überschreitung der 2.500 MW-Grenze um mehr als 1.000 MW sinkt die Förderung auf 2,4%. Damit fällt der anzulegende Wert im schlechtesten Fall auf 7,68 ct/kWh ab 1. Oktober 2017.

Betrieb nach Übergangsvorschrift vs. Ausschreibung

Wer mit einem bis 31. Dezember 2016 genehmigten Projekt glaubt, er könne mit der Ausschreibung eine bessere Vergütung erzielen, kann von seinem Wahlrecht Gebrauch machen und in die Ausschreibung gehen. Damit verzichtet der Betreiber jedoch ausdrücklich und unwiderruflich auf die Vergütung nach § 46 EEG2017. Die Entscheidung, in die Ausschreibung zu gehen, muss der Bundesnetzagentur bis zum 28. Februar 2017 schriftlich mitgeteilt werden. Somit können die Ergebnisse der ersten Ausschreibungsrunde im Mai 2017 leider nicht abgewartet werden, um die Wahl zu treffen.

Im Übrigen müssen Übergangsanlagen bis spätestens Ende 2018 in Betrieb genommen werden. Anlagen, die diese Frist nicht einhalten, werden nach § 46 b EEG behandelt, d.h. die Förderhöhe dieser Anlagen wird aus einem Durchschnitt der vorjährigen Ausschreibungsergebnisse berechnet.

Für die Direktvermarktung bleiben die bisherigen Regelungen bestehen: Der Betreiber ist verpflichtet, seine Anlage über einen Direktvermarkter vermarkten zu lassen; die Anlagen müssen für den Direktvermarkter, wie bisher auch, fernsteuerbar sein. Da insgesamt aber die Vergütung stark sinkt, sollten die Meldungen hinsichtlich der Direktvermarktung mit ausreichend Vorlauf durchgeführt werden. Denn nach wie vor droht bei verspäteter Meldung gegenüber dem Netzbetreiber vorübergehend die Ausfallvermarktung. In dem Fall wird der anzulegende Wert um 20% gekürzt.