EEG-Ausschreibung Teil 2: Netzausbaugebiet

20.02.2017 | News

Verteilungsnetz

Zuschläge für neue Onshore-Windanlagen sollen im sogenannten Netzausbaugebiet begrenzt werden, um den Ausbau der erneuerbaren Energien und der Übertragungsnetze besser aufeinander abzustimmen.

Mit dem neuen EEG soll eine bessere Abstimmung des Ausbaus erneuerbarer Energien mit dem Ausbau der Übertragungsnetze erreicht werden. Dazu sollen in den Ausschreibungen, die ab 1. Mai 2017 stattfinden, die Zuschläge für neue Onshore-Windenergieanlagen in einem sogenannten Netzausbaugebiet begrenzt werden.

Am 20. Februar hat die Bundesnetzagentur im Einvernehmen mit dem Bundeswirtschaftsministerium die Verordnung zur Einrichtung und Ausgestaltung eines Netzausbaugebiets erlassen. Dieses Netzausbaugebiet besteht aus dem nördlichen Teil Niedersachsens sowie Bremen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Die Obergrenze beträgt pro Jahr 58 Prozent der installierten Leistung, die durchschnittlich in den Jahren 2013 bis 2015 in diesem Gebiet in Betrieb genommen worden sind. Somit dürfen im Netzausbaugebiet nur noch Zuschläge für höchstens 902 MW pro Jahr vergeben werden. Sobald diese Grenze erreicht ist, werden alle übrigen Gebote im Netzausbaugebiet nicht mehr berücksichtigt. Allerdings wird die Leistung des letzten noch bezuschlagten Gebotes vollständig einberechnet, sodass die 902 MW-Grenze auch überschritten werden kann. Um zu hohe Überschreitungen zu vermeiden, erhalten im Ausschreibungsverfahren deshalb bei Preisgleichheit grundsätzlich kleinere Projekte vor größeren Projekten den Zuschlag.

Die Ausweisung eines Netzausbaugebiets ist nach der Begründung des Verordnungsentwurfs dort sinnvoll, wo voraussichtlich besonders viel Strom aus Windenergieanlagen an Land abgeregelt werden muss, um das Übertragungsnetz zu entlasten. Das Netzausbaugebiet soll verschiedene Kreise und kreisfreie Städte in den Ländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern sowie die Städte Bremen, Bremerhaven und Hamburg umfassen. Maximal dürfen 20% des Bundesgebietes als Netzausbaugebiet festgelegt werden.

Evaluierung nach zwei Jahren

Das EEG sieht vor, die Notwendigkeit, den Zuschnitt und die Obergrenze des Netzausbaugebiets erstmals bis zum 31. Juli 2019 und danach alle zwei Jahre zu evaluieren. Die bis dahin von Bund und Ländern erzielten Fortschritte beim Netzausbau werden in diesen Prozess einfließen und entsprechend Beachtung finden. Unabhängig vom Netzausbaugebiet bleibt es bei dem übergeordneten Ziel, den Netzausbau bedarfsgerecht und zügig voranzutreiben, um das Potenzial der Windenergie im Norden nutzen zu können.